Wir starten unseren Rundgang durch Thiessow an der Kurverwaltung des Ortes, in der Hauptstraße 36. Hier befindet sich übrigens auch ein kleines Lotsenmuseum, welches Aufschluss über die Geschichte des Ortes und die Lotsentradition gibt. Zuerst gehen wir die Hauptstraße entlang in Richtung Lobbe, um dann nach wenigen Minuten in die Strandstraße abzubiegen.

Nun gehen wir auf die Strandpromenade zu, auf der wir uns schließlich rechts halten. Wandern wir weiter geradeaus auf dem Rundwanderweg, befinden wir uns bald auf dem Lotsenberg und können schon den Lotsenturm sehen. Dieser und die nebenstehende Lotsenwache haben das Örtchen Thiessow bereits früh geprägt.

Im Jahre 1854 erbaute die preußische Regierung von Stralsund die historische Lotsenwache. 1859 wurde Thiessow zur Hauptstation des Lotsenwesens. Seit 1909 wurde der Lotsenturm in Betrieb genommen und blieb es bis 1977. Nach dieser Zeit verfiel er durch seine Nichtinstandhaltung. Die Planung des Wiederaufbaus erfolgte Ende der neunziger Jahre nach dem historischen Vorbild.

Einige Jahre später, im April 2003, wurde der neu erbaute Lotsenturm dann der Öffentlichkeit übergeben. Heute dient er als Aussichtsturm mit Antennenmast, der eine einmalige Sicht auf das Meer und die der Küste vorgelagerten Inseln bietet. Eine Ausstellung über das Lotsenwesen von den Anfängen bis zur Neuzeit befindet sich im Erdgeschoss des Lotsenturmes.

Um unseren Rundgang fortzuführen, wandern wir weiter den Weg entlang, vorbei an einem Friedhof und dem Aussichtspunkt "Kleiner Königsstuhl", der einen faszinierenden Blick auf das Meer bietet. Wir gehen jetzt durch den Kurpark direkt am Wasser entlang. Wenn wir den Kurpark nach rechts verlassen, können wir eine kleine evangelische Kapelle entdecken. Wieder auf der Hauptstraße angekommen, wandern wir linkerhand weiter. Dort befindet sich nach einigen Metern auf der linken Seite die Surf - Oase.

Hier war zu DDR-Zeiten der beliebteste Surferstrand des Landes, genannt das "Hawaii der Ostsee". Bis heute ist es eines der attraktivsten Surfreviere Deutschlands geblieben.

Über den Norddeich schlendern wir als nächstes zum Hafen. Der Hafen, insbesondere die Fischerei, ist seit Mitte des 17. Jahrhunderts besonders wichtig für den Ort. Hier gibt es zu fast jeder Jahreszeit frischen Fisch direkt vom Fischer. Die Fischereitradition begann mit dem Niedergang der Landwirtschaft infolge des 30-jährigen Krieges. Besonders die Stralsunder und Greifswalder Kaufleute zeigten großes Interesse am Fischfang.

Zur sofortigen Verarbeitung des frisch gefangenen Fisches richteten die Kaufleute sogenannte "Fitten" entlang der Küste ein. Am Fischerhafen beenden wir unseren Rundgang durch das historisch geprägte und landschaftlich wunderschön gelegene Thiessow.

Klein Zicker, der schmucke Ortsteil von Thiessow, ist ebenfalls sehens- und erlebenswert. Hier empfiehlt sich eine Wanderung an der romantischen Steilküste entlang oder die Dörpstrat hinauf bis zum Kamm des Klein Zickerschen Inselkernes, der sich 38 m über N.N. erhebt. Wir genießen die herrliche Rundumsicht. In der Ferne sehen wir die drei Kirchtürme der Hansestadt Greifswald und das Vorpommersche Festland. Wenn Sie mit dem Auto nach Klein Zicker fahren, besteht die Möglichkeit, das Auto auf dem kleinen Parkplatz am Ortseingang abzustellen.

Der Name "Klein Zicker" stammt aus dem Slawischen und existiert seit 1660. Die Ableitung dieses Namens ist nicht genau belegt, könnte aber "Meisenort" heißen.


Impressum